Vikariat

Das erwartet dich im (Lehr-)Vikariat:
  • alle Aufgaben einer/eines Pfarrer*in kennenlernen
  • begleitet von einer Pfarrperson direkt vor Ort in einer Ausbildungsgemeinde 
  • kombiniert mit den Kursen im Predigerseminar, in denen deine Erfahrungen reflektiert werden 
Danach beginnt dein Probedienst in einer Gemeinde.
Schaubild Ablauf Vikariat und Probedienst
 

Voraussetzung
  • ein abgeschlossenes Studium der Evangelischen Theologie
  • bestandenes "Erstes kirchliches Examen" (nicht länger als vier Jahre her)
  • du bist auf der Liste der badischen Theologiestudierenden der Evangelischen Landeskirche in Baden eingetragen
  • oder ein abgeschlossener, nichtkonsekutiver Masterstudiengang Evangelische Theologie, der dem Hochschulstudium vergleichbar ist
Bewerbung
Deine schriftliche Bewerbung zur Aufnahme in das Vikariat sendest du an
 
Folgende Unterlagen sind für deinen Antrag wichtig:
  • eine Darstellung des Lebens- und Bildungsgangs, 
  • ärztliches Zeugnis (nicht älter als ein Jahr),
  • Kirchliche Nachweise:
    a. pfarramtliche Bescheinigung der Taufe und der Konfirmation; im Falle der Erwachsenentaufe nur die Bescheinigung der Taufe,
    b. pfarramtliche Bescheinigung über die Mitgliedschaft in der Landeskirche, 
  • aktuelle pfarramtliche Empfehlung,
  • beglaubigte Kopie des Zeugnisses der 1. Theologischen Prüfung,
  • polizeiliches Führungszeugnis (erweitertes Führungszeugnis, nicht älter als ein Jahr) und
  • Heiratsurkunde und kirchliche Traubescheinigung.
Ausführliche Infos findest du im
.
 
Das Vikariat beginnt immer am 01.03. und 01.09. eines Jahres.
 
Vor dem Beginn des Vikariats laden wir dich, etwa ein halbes Jahr vor Vikariatsbeginn, zum Aufnahmegespräch ein. Das Gespräch dient zum Kennenlernen. Außerdem möchten wir von deinen Wünschen erfahren, was den Einsatzort und/oder das Profil der Einsatzgemeinde angeht. Etwa drei Monate vor dem Vikariat findet das Aufnahmeverfahren statt. 
Nähere Informationen bekommst du im
 
 
Nach deinem Aufnahmegespräch mit dem Evangelischen Oberkirchenrat wird dir ein*e Lehrpfarrer*in zugewiesen. 
 
Für das Vikariat kann ein Darlehen beantragt werden: Weitere Informationen, Voraussetzungen und Muster-Verträge > www.kirchenrecht-baden.de 
Dauer
  • 24 Monate (bei 100 % Deputat) bis 48 Monate (bei 50 % Deputat)
  • das "Zweite Theologische Examen" findet im letzten Drittel der Ausbildungszeit statt
Orte
  • in der Ausbildungsgemeinde begleitet durch eine Lehrpfarrperson
  • in der Schule begleitet von Mentor*innen und
  • im Predigerseminar Petersstift im Morata-Haus mit insgesamt 20 Kurswochen.
    Hier wohnen die Lehrvikar*innen während der Kurswochen. Die übrige Zeit der Ausbildung verbringen sie in ihren Ausbildungsgemeinden.
Inhalte
In der praktisch-theologischen Ausbildung werden wissenschaftliche Konzeptionen mit praktischem Handeln verbunden. Dabei werden deine Qualifikationen und Fähigkeiten eingebunden und deine Interessen durch Schwerpunkte gefördert. 
Dein individueller Ausbildungsplan wird am Anfang des Vikariats mit der Leitung des Predigerseminars besprochen und vereinbart. 
 
Die klassischen Handlungsfelder im Pfarrberuf werden in vier Module gegliedert:
  • Schule / Gemeindepädagogik (Religions- und Konfirmandenunterricht),
  • Gottesdienst feiern,
  • Seelsorge (Menschen im Alltag ihres Lebens, aber auch in Krisensituationen begleiten),
  • Leitung / Pastorale Identität (Verantwortung in der Gemeindeleitung übernehmen und Mitarbeiter*innen begleiten).
Dazu kommt ein fünftes Modul, das übergreifend Workshops, Beratung und Begleitung zu Rolle/Person/Praxistransfer beinhaltet.
 
Die Kurse am Predigerseminar sind als Baukasten konzipiert:
  1. ein Basiskurs (eine Woche),
  2. ein Aufbaukurs (zwei Wochen) und
  3. ein Vertiefungskurs (eine Woche). 
Dozierendenteam
Die Evangelische Landeskirche in Baden, die Theologische Fakultät an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und das Predigerseminar kooperieren für die Ausbildung im Vikariat.
 
In allen handlungsfeld-orientierten Modulen wird deshalb im Team unterrichtet, zusammengesetzt aus fachkundigem Personal aus der Landeskirche und dem praktisch-theologischem Professorium - ergänzt durch externe Dozierende als Workshopleitende und Fachberatungen.
Zweites Theologisches Examen
Das Lehrvikariat schließt mit dem Zweiten Theologischen Examen ab.
Die praktischen Prüfungen (Lehrprobe, Gottesdienst) erfolgen im letzten Drittel der Ausbildungszeit. Die schriftlichen Arbeiten werden im Rahmen der Praxisfelder erstellt. Am Ende steht eine mündliche Prüfungswoche. Prüfungsinhalt sind die reflektierten Praxiserfahrungen.

Das II. Theologische Examen besteht aus:
 
1. den schriftlichen Prüfungsleistungen
      • Darstellung und Reflexion der Vorbereitung und Durchführung eines Seelsorgeprojektes im Fach Poimenik
      • Darstellung und Reflexion der Vorbereitung und Durchführung eines gemeindebezogenen Projektes im Fach Pastoraltheologie
2. den mündlichen Prüfungen in den Fächern
      • Religionspädagogik
      • Homiletik
      • Liturgik
      • Poimenik
      • Pastoraltheologie 
      • Kirchenrecht
3. der Lehrprobe (einschl. schriftlicher Darlegung), des Gottesdienstes (einschl. schriftlicher Darlegung) und der Disputation über Thesen zu dem gemeindebezogenen Projekt.  
 

Neben der Schule ist die Gemeinde ein zentraler Lernort während des Vikariats; hier lernst du als Vikar*in die geistlichen Kernaufgaben des Gemeindepfarramtes:
  • Wort Gottes zu verkündigen 
  • Sakramente zu verwalten
  • Menschen zum Glauben einzuladen und
  • seelsorglich zu begleiten
  • Gemeinde am Ort zu entwickeln
In der Gemeinde arbeiten die Lehrvikar*innen mit unterschiedlichen Gruppen: mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren.
 
Ein Schwerpunkt liegt für die Vikar*innen darauf, Gottesdienste liturgisch zu gestalten und Bibeltexte in Predigten anschaulich und lebensnah auszulegen.
Anlässlich der verschiedenen Amtshandlungen (Taufen, Trauungen und Beerdigungen) führen sie Gespräche, feiern Gottesdienste und begleiten Menschen in diesen besonderen Lebenssituationen. Sie üben das seelsorgliche Gespräch für die unterschiedlichsten Situationen des Lebens.
 
 
Seelsorge ist überhaupt eine der zentralen und wichtigsten Aufgaben einer/eines Pfarrer*in: Fast jedes pfarramtliche Handeln enthält seelsorgliche Aspekte, ganz gleich, ob diese explizit zur Sprache kommen oder nicht. Dabei kommt es für die Seelsorger*in darauf an, zuzuhören, sich in die Situation der anderen Person einzufühlen, Glaubens- und Lebensthemen zu erkennen und zu verstehen, sowie den Trost und die Hoffnung des Evangeliums authentisch zuzusprechen.
 
 

Zu den klassischen Arbeitsfeldern im Pfarramt gehört der Evangelische Religionsunterricht. Für Pfarrer*innen ist es selbstverständlich, diese Verantwortung im Bereich christlicher Bildung nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Schule wahrzunehmen, indem sie dort Religionsunterricht erteilen.
 
Im Vikariat lernst du daher pädagogische, didaktische und methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem eigenen Ausbildungsmodul:
  • unterschiedliche Alters- und Entwicklungsstufen von Kindern und Jugendlichen
  • “Lernort Schule” mit seinen besonderen Rahmenbedingungen und Herausforderungen
  • Fundament für die vielfältigen religionspädagogischen Felder in der Kirchengemeinde: Arbeit für Kinder und Familien, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit und sowie Erwachsenenbildung.
 
Das alles kannst du im Studium und in der Ausbildung lernen und vertiefen:
  • Interesse an fremden Kulturen
  • Freude an Sprachen und Aktualität der Bibel
  • Beziehung zu Gott und neue Glaubenserfahrungen
  • Kommunikationsstärke, Führungs- und Sozialkompetenz
  • Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft
  • Kreativität
  • Teamfähigkeit und Einfühlsamkeit
  • Selbstorganisation und Flexibilität
  • Durchhaltevermögen
 
 

Probedienst

  • am Anfang wirst du ordiniert, d.h. die Landeskirche - vertreten durch die Landesbischöfin - vertraut dir die öffentliche Wortverkündigung (Predigt in Wort und Tat) und das Spenden der Sakramente (Abendmahl und Taufe) an 
  • hier arbeitest du in allen Bereichen der Gemeindearbeit selbstständig und eigenverantwortlich
  • mit dem Probedienst beginnt dein Beamtenverhältnis auf Probe
 

Inhalte
Als Pfarrer*in im Probedienst bist du in allen Bereichen der Gemeindearbeit eingesetzt und führst die dir übertragenen Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich durch.
 
Am Anfang wird dafür gemeinsam mit der/dem Dekan*in eine Dienstbeschreibung erstellt, die mit dem Ältestenkreis der Gemeinde abgestimmt wird. 
 
In der Probedienstzeit sollen die Pfarrer*innen im Probedienst die Erfahrungen der beruflichen Praxis in Zusammenarbeit mit anderen intensiv reflektieren. Sie prüfen ihre eigenen Fähigkeiten und die Arbeitsmöglichkeiten in der Landeskirche, bevor sie sich auf eine Pfarrstelle bewerben können. Und sie nehmen an verschiedenen Fortbildungskursen teil, die z.B. die Leitung eines Pfarramtes, die Öffentlichkeitsarbeit, Aufgaben der Verwaltung und die Diakonie zum Inhalt haben.
 
Voraussetzung
  • bestandenes "Zweites kirchliches Examen" nach dem (Lehr-)Vikariat
  • erfolgreich durchlaufenes Übernahmeverfahren
Bewerbung
Deinen Antrag schickst du an mit folgende Unterlagen:
  • eine Darstellung des Lebens- und Bildungsganges,
  • eine pfarramtliche Bescheinigung der Taufe und der Konfirmation; im Falle der Erwachsenentaufe nur die Bescheinigung der Taufe,
  • ein qualifiziertes Führungszeugnis (entfällt, wenn du vor deinem (Lehr-)Vikariat bereits ein solches Führungszeugnis vorgelegt hast und sich der Probedienst unmittelbar an dein (Lehr-)Vikariat anschließt),
  • ggf. die Bescheinigung der kirchlichen Trauung.
Anschließend findet das Übernahmeverfahren statt und es wird entschieden, in welcher Gemeinde du deinen Probedienst antreten wirst. 
Dauer
  • 24 Monate (bei 100% Deputat) und 36 Monate (bei 50% Deputat)
  • zu Beginn werden die Pfarrer*innen im Probedienst ordiniert. Die Ordination ist Segnung und Sendung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung.
FEA-Kurse
Für die ersten drei Amtsjahre gibt es für Pfarrer*innen ein eigenes Fortbildungsangebot:
Zu den verpflichtenden Kursen gehören die drei Kurse „Leiten im Pfarramt I-III“. Diese beinhalten Themen aus den Bereichen Leitungsverantwortung, Kommunikation und Geschäftsführung. Darüber hinaus ist jeweils ein Kurs aus den Wahlbereichen Gemeindepädagogik, Öffentlichkeitsarbeit und Diakonie zu besuchen. 

Innerhalb des Probedienstes sollen mindestens vier dieser sechs Kurse belegt werden.

Das gesamte Kursangebot mit der Möglichkeit zur Anmeldung findest du unter: Buchungsportal > FEA-Kurse